Am Schanzl 192224, Amberg

2019/2020Wild LionsVorne zu harmlos, hinten mit Auflösungserscheinungen

15. Februar 2020

Für den ERSC ein gebrauchter Abend in Moosburg

Der ERSC Amberg ist mit guten Vorsätzen zum Auswärtsspiel nach Moosburg gereist. Ein „Phantomtor“ und weitere Valentinsgeschenke an die Gastgeber runden einen gebrauchten Abend für die Oberpfälzer ab.
Nach einer zunächst ausgeglichenen Partie in der Aufstiegsrunde zur Eishockey-Bayernliga brechen die Wild Lions im Mittelabschnitt komplett auseinander, werden von den Moosburgern, denen eine durchschnittliche Leistung genügte, mit 5:1 abgeschossen.
„Wir waren zu locker in der Defensive. Moosburg wollte mehr und der Wille fehlte uns. Das ist bitter, mehr möchte ich eigentlich nicht sagen“, meinte hinterher ein sichtlich enttäuschter ERSC-Coach, Dan Heilman. Dabei begann sein Team sehr engagiert, hatte nach 51 Sekunden die erste gute Chance durch Martin Brabec, der an EV-Torhüter Linus Messerer scheiterte. Die erste nennenswerte Aktion der Gastgeber war ein Schuss an den Pfosten durch Vincenz Maier, wobei der Puck an der Grundlinie entlang nach außen zur Bande weiterrutschte. Angreifer und Verteidiger hetzen der Scheibe hinterher, keine besonderen Reaktionen – bis der Pfiff des Unparteiischen ertönt und Schiedsrichter Miel einen Treffer für Moosburg anzeigt. Ungläubiges Erstaunen bei Freund und Feind, auch auf den Rängen, wo unter den rund 200 Zuschauern gut die Hälfte den ERSC unterstützten. „Das war eine glatte Fehlentscheidung, der Puck war nie und nimmer im Tor“, war Heilman sicher, doch er schickte gleich hinterher: „Das Spiel entschieden hat das aber nicht“. Amberg setzte nach, wollte den Ausgleich und scheiterte durch Marc Hemmerich in aussichtsreicher Position. Besser machte es der EVM, wobei Torschütze Tobias Hanöffner nur unzureichend attackiert wurde. Der ERSC kam nur wenig später durch Krieger zum Anschlusstreffer und hatte weitere 26 Sekunden später den Ausgleich durch Brabec auf dem Schläger, allerdings wurde der Löwen-Stürmer – nachdem er auch den Torhüter ausgespielt hatte – durch ein Foul beim Schuss gestört. Bis dahin hatte Amberg mehr Spielanteile, jedoch mit unzureichender Passquote.
Zu Beginn des Mittelabschnitts drängte der ERSC vehement. Die Angriffe verpufften allerdings meist wirkungslos, weil sich die Löwen zu sehr in Einzelaktionen verstrickten. Anders die Gastgeber, die erneut einen leichten Scheibenverlust der Amberger nutzten und Peter Abstreiter eine Vorlage von Horava völlig freistehend zum 3:1 einnetzte. Auch Versuche mit der Brechstange sollten dem ERSC nicht mehr helfen. Ein Schlagschuss von Kevin Schmitt ans Lattenkreuz des Moosburger Tores war gleichzeitig die Einleitung zum 4:1 für den EVM im direkten Gegenzug durch Stefan Groß. Die Defensivarbeit der Löwen, beginnend im Angriff, offenbarte nun Auflösungserscheinungen. Das 5:1 durch Miloslav Horava hätte er im Training nicht leichter erzielen können. Lediglich die Pausensirene ersparte Amberg weitere Gegentreffer. Das Schlussdrittel wurde praktisch im Eiltempo absolviert, ohne längere Unterbrechungen und Vorkommnisse, wobei Moosburg wegen der klaren Führung auch nichts mehr riskieren wollte: „Wir haben insgesamt kompakt und ohne Hektik agiert, keine besonderen individuellen Fehler gemacht. Das hat alles sehr gut funktioniert“, bilanzierte EVM-Trainer Bernie Engelbrecht nach der Partie. Mit diesem Sieg hat Moosburg den Anschluss an die Play-Off-Plätze hergestellt, ist nur mehr drei Punkte hinter dem ERSC, auf den ein sehr schweres Schlussprogramm wartet. (pa)

EV Moosburg – ERSC Amberg 5:1 (2:1,3:0,0:0)
Tore: 1:0 (4.) Maier (Indra), 2:0 (15.) Hanöffner (Stuckenberger, Retzer), 2:1 (16.) Krieger (Brabec), 3:1 (30.) Abstreiter (Horava), 4:1 (33.) Groß (Horava, Indra), 5:1 (37.) Horava (Steiger).
Strafen: Moosburg 16 Minuten + 10 (Killerman), Amberg 8 + 10 (Brabec).
Zuschauer: 205