Am Schanzl 192224, Amberg

2019/2020Wild LionsAmberger Torflut nach Stotterstart

14. Dezember 2019

Hampl bricht den Bann / 10:1-Kantersieg

Ein Drittel lang mühte sich der ERSC Amberg etwas umständlich und mit angezogener Handbremse gegen den Gast aus Selb. Die Kabinenansprache von Löwen-Coach Dan Heilman in der ersten Pause verfehlte aber nicht ihre Wirkung – zum Leidwesen der Wölfe.

Für Amberg sollte es in der Eishockey-Landesliga der sechste Sieg in Folge werden, mit 10:1 auch der höchste. Danach hatte es anfangs ganz und gar nicht ausgesehen. In einem eher emotionslosen Anfangsdrittel wirkte Selb fast zielstrebiger, der ERSC hatte den roten Faden noch gar nicht gefunden. Die wenigen Chancen waren gleich verteilt, die Torhüter beider Teams – Carsten Metz für Amberg und Radek Uhrin bei den Wölfen – sehr sicher. Ein „Lattenstreichler“ bei einem Schuss von Martin Brabec bedeutete noch den Höhepunkt.

Ein komplett anderes Bild bot dann der Mittelabschnitt. Dan Heilman hatte von seinem Team vehement eine Umstellung der Einstellung und des Spielsystems gefordert und die Löwen lieferten endlich. Ein früher Doppelschlag von Andreas Hampl und binnen nur 41 Sekunden brach den Bann und war der Türöffner in ein komplett anderes Spiel. Der ERSC kombinierte sicherer, baute großen Druck auf und erspielte sich gute Chancen. Selb fand nach vorne kaum mehr statt, blieb aber durch die starke Leistung von Uhrin zumindest vom Ergebnis her noch im Spiel. Mit dem 3:0 durch Felix Köbele war dann aber schon eine gewisse Vorentscheidung gefallen. Brenzlig wurde es für die Gastgeber nur noch bei einer Unterzahlphase, aber da hielt Metz überragend.

Sollten dennoch Zweifel am Amberger Erfolg bestanden haben, so waren diese im Schlussdrittel schnell beseitigt. Nach gerade einmal 26 Sekunden schloss Martin Brabec elegant einen Angriff zum 4:0 ab, den Leon Koppitz und Kevin Schmitt eingeleitet hatten. Brabec war nur zwei Minuten später auch wesentlich am nächsten Treffer beteiligt, dem schönsten des Abends. Zusammen mit Sturmpartner Daniel Vlach hebelte er mit zwei, drei Kurzpässen die komplette Selber Abwehr aus und Daniel Troglauer vollendete zum 5:0. Der Torjubel war kaum verebbt, da hatte Felix Söllner das halbe Dutzend für den ERSC vollgemacht. Eine der wenigen Nachlässigkeiten der Gastgeber nutzte Selb noch zum Ehrentreffer durch Fabian Bauer, der Metz damit seinen „Shutout“ verdarb – ein Spiel ohne Gegentor. Die Lust am „Einlochen“ war den Löwen aber noch längst nicht vergangen. Mit dem 7:1 beendete Verteidiger Marc Roth den Arbeitstag von VER-Goalie Uhrin. Für den war sein Kollege Lukas Kreller ins Tor gegangen und der hatte einen denkbar schlechten Einstand, denn das 8:1 durch Köbele legte er dem ERSC-Stürmer praktisch direkt auf – und dies bei Amberger Unterzahl. Nach dem 9:1 durch Vlach war es schließlich Hampl, der den Torreigen eröffnet und 26 Sekunden vor der Schlusssirene auch zweistellig abgeschlossen hat. (pa)

ERSC Amberg – VER Selb 1b 10:1 (0:0,3:0,7:1)
Tore: 1:0 (22.) Hampl (Fabig, Schopper), 2:0 (23.) Hampl (Köbele, Huber/5-4), 3:0 (32.) Köbele (Hampl, Schopper), 4:0 (41.) Brabec (Koppitz, Schmitt), 5:0 (44.) Troglauer (Brabec, Vlach), 6:0 (46.) Söllner (Metz), 6:1 (47.) Bauer (Warkus, Wich), 7:1 (52.) Roth (Köbele, Hampl), 8:1 (54.) Köbele (4-5), 9:1 (57.) Vlach (Hampl, Hausner), 10:1 (60.) Hampl (Schopper, Roth).
Strafen: Amberg 10, Selb 4 Minuten
Zuschauer: 400