Der ERSC Amberg hat in der Abstiegsrunde der Eishockey-Bayernliga einen Dämpfer bekommen. Nach zwei Auftaktsiegen verloren die Wild Lions am Freitagabend vor heimischen Publikum gegen die River Rats Geretsried nach einer Zwei-Tore-Führung im Schlussdrittel noch mit 4:5.
Die entscheidenden Treffer für die Gäste fielen in der Schlussphase innerhalb von 19 Sekunden. Die knapp 700 Zuschauer sahen über weite Strecken eine abwechslungsreiche Partie mit dem besseren Beginn für Amberg, das durch Topscorer Brandon Walkom im Powerplay in Führung gehen konnte. Den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Dominik Soukup korrigierte wenig später Lukas Klughardt und so konnte der ERSC mit einer verdienten 2:1-Führung in die erste Pause gehen. Auch der Mittelabschnitt war geprägt von viel Tempo aber zunächst überschaubaren Angriffsaktionen. Erster „Höhepunkt“ war eine Faustkampfeinlage von Ambergs Benjamin Frank und dem Geretsrieder Oliver Ott, für die das Spiel bereits vorzeitig beendet wurde. Der neuerliche Ausgleich für die Gäste fiel, als die Wild Lions gerade eben eine Strafzeit überstanden hatten, aber Roberts Baranovskis sorgte postwendend für das 3:2 der Gastgeber. Der Lette war an diesem Abend an allen Treffern der Wild Lions direkt beteiligt. So auch beim 4:2, welches er gleich nach Beginn des Schlussdrittels selbst besorgte und Amberg eigentlich auf der Siegerstraße sah, „der einzigen guten Szene von uns im letzten Drittel“, wie Löwencoach Christian Zessack hinterher meinte. Die Gäste kamen über den Kampf immer besser ins Spiel, zumal ihnen in Unterzahl nach einem brutalen Fehlpass der Gastgeber der schnelle Anschluss zum 4:3 gelang. Die Amberger wurden zusehends nervöser, die Leichtsinnsfehler und Scheibenverluste häuften sich und die Wild Lions kamen kaum noch aus ihrer Verteidigungszone und wegen vieler Befreiungsschläge auch seltener zum Wechseln. So drehten die Gäste die Partie noch zu ihren Gunsten und Amberg konnte in den letzten 100 Sekunden auch mit dreifacher Überzahl das Blatt nicht mehr wenden. Gästetrainer Hans Taucher lobte hinterher die „super Moral“ seiner Mannschaft „gegen einen sehr starken Gegner“. Christian Zessack sinnierte noch über das Schlussdrittel: „Wir wurden zusehends nervöser, haben die Flügel hängen lassen, während Geretsried ihr Spiel mit zwei Reihen brutal forciert haben. Aber das ist eben Eishockey und kein Wunschkonzert“.
ERSC Amberg – ESC Geretsried 4:5 (2:1,1:1,1:3)
1:0 (6.) Walkom (Baranovskis, Schmitt/5-4), 1:1 (12.) Soukup (Egle), 2:1 (15.) Klughardt (Baranovskis, Gimmel), 2:2 (31.) Huber (Egle, Fissekis), 3:2 (35.) Baranovskis (Walkom), 4:2 (42.) Baranovskis (Walkom, Schmitt), 4:3 (43.) Soukup (Strobl/4-5), 4:2 (57.) Bursch (Hochstrasser, Englbrecht), 4:5 (57.) Egle (Schug).
Strafen: Amberg 7 + 20, Geretsried 15 + 20 Minuten. Zuschauer: 699
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