Am Schanzl 192224, Amberg

2019/2020Wild LionsStatt Nullnummer zwei Punkte

8. Februar 2020
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ERSC in Bad Aibling mit dem besseren Ende

Der ERSC Amberg ist in der Bayernliga-Aufstiegsrunde beim EHC Bad Aibling auf der Verliererstraße, da gelingt vier Minuten vor dem Ende Daniel Troglauer der Ausgleich, der sein Team in die Verlängerung mit anschließendem Penaltyschießen bringt – nach zwölf Schützen jubeln die Löwen und ihre knapp 100 mitgereisten Fans.

ERSC-Stürmer Felix Köbele traf mit dem elften Schuss als einziger im Shootout, und weil Carsten Metz auch den letzten Versuch der Gastgeber parierte, ging der Zusatzpunkt an Amberg.
Was für ein verrückter Spieltag, an dem die Wild Lions als einziges der Top-4-Teams zumindest im „Nachsitzen“ gewinnen konnten. Ulm musste sich mit einem Zähler in Haßfurt zufriedengeben, Buchloe (daheim gegen Moosburg) und Kempten (daheim gegen Dingolfing) gingen komplett leer aus – wer darauf hätte wetten können, dessen Quote wäre stattlich gewesen.
Torlos verlief das Anfangsdrittel, in dem Amberg – das kurzfristig auch noch auf Daniel Vlach verzichten musste – mit frühem Pressing ein leichtes Chancenübergewicht erreichte, der Spielverlauf aber insgesamt ausgeglichen war. EHC-Torhüter Kai Klimesch und dessen Gegenüber, Carsten Metz, zeigten sich aber bereits hier sehr sicher – und waren es auch bis ins Penaltyschießen hinein: „Wir haben da heute zwei Top-Torleute gesehen“, meinte Aiblings Coach Manfred Sasjadvolk hinterher, ohne jeden Widerspruch.
Amberg gelang dann ein idealer Auftakt in den Mittelabschnitt. Nach nur 76 Sekunden vollendete Stephan Huber einen Angriff über Köbele und Marc Hemmerich zur ERSC-Führung. Weitere Chancen der Gäste folgten, weshalb der Ausgleich für Bad Aibling durch Jan Lukats schon etwas überraschend kam. Danach aber ging es munter hin und her und die Aibdogs forderten die Löwen: „Bad Aibling war stark, vor allem läuferisch“, schickte ERSC-Coach Dan Heilman ein Kompliment an den Gegner. Tadel gab es jedoch für sein Team und die Umstände zur 2:1-Führung für die Gastgeber durch Max Meyer: „Das war 32 Sekunden vor der Drittelpause, fehlende Konzentration und ein unnötiger Scheibenverlust – das darf nicht passieren“, so Heilman.
Ein Fehler, den die Löwen im Schlussdrittel schnellstmöglich ausmerzen wollten, aber das gestaltete sich schwieriger, als erhofft. Klimesch glänzte mit starken Paraden, weshalb Aibling sogar eine doppelte Unterzahl schadlos überstand, aber auch dank umständlicher Amberger Versuche. Im Nachlauf verhinderte aber auch Carsten Metz eine vorzeitige Entscheidung zu Gunsten der Chiemgauer. Im ERSC-Lager stieg die Anspannung, da kam es doch noch zum – insgesamt freilich verdienten – Ausgleich durch Troglauer nach Vorarbeit von Köbele: „Vor dem 2:2 haben wir uns taktisch falsch verhalten und standen zu offensiv, das hat Amberg dann clever genutzt“, beschrieb Sasjadvolk die Szene. Trotz beiderseitiger Chancen in der restlichen regulären Spielzeit und der Verlängerung, fielen keine weiteren Treffer – und die Entscheidung dann erst im Penaltyschießen. „Ich freue mich über unseren Punkt, auch wenn vielleicht mehr drin gewesen wäre“, resümierte Manfred Sasjadvolk, und ein sichtlich entspannter Dan Heilman meinte: „Wir sind eigentlich für drei Punkte hergekommen, jetzt müssen wir mit zwei zufrieden sein – und ich bin sehr zufrieden damit“. (pa)

EHC Bad Aibling – ERSC Amberg 2:3 n.P. (0:0,2:1,0:1,0:1)
Tore: 0:1 (22.) Huber (Köbele, Hemmerich/4-4), 1:1 (27.) Lukats (Flach, Schulz), 2:1 (40.) Meyer (Merz, Ahrens), 2:2 (56.) Troglauer (Köbele), 2:3 (65.) Köbele
Strafen: Bad Aibling 8, Amberg 12 + 10 Minuten (Bocu)
Schiedsrichter: Fischer, Loosley, Dobis
Zuschauer: 300

Bad Aibling

Zum Photo:
„Stephan Huber (Mitte, am Bully-Punkt) vor dem Eröffnungsbully zum 2.Drittel. Nur wenige Sekunden später traf der ERSC-Stürmer zur Amberger Führung.“